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Montag, 26. Februar 2018

Auf Glückssuche - mein erstes 30 Tage-Projekt

Da ich mich in Zukunft "nur" noch auf diesen einen Blog beschränken möchte, poste ich statt auf Wundersachen das nun auch hier. :) 

Es ist absolut nicht immer alles so, wie es scheint und wieso sollten wir nicht auch über Dinge reden, die uns das Leben erschweren? Das Internet ist ein Ort, an dem Großteils nur von den schönen Seiten des Lebens berichtet wird, manchmal geschönt, manchmal wirklich schön. Was tun wir, wenn die Zeiten mal nicht so schön sind? Was können wir tun, damit das Leben sich leichter, der Alltag besonderer und besser anfühlt? Von Zeit zu Zeit erlebe ich mich in absoluter Unzufriedenheit: Nichts klappt, wie ich es mir vorstelle, ich fühle mich unmotiviert, traurig, antriebslos und vor allem eins: unorganisiert. Auf der ständigen Suche nach einem geeigneten "Gegenmittel", stieß ich auf das Buch "Das Happiness Projekt" von Gretchen Rubin, das mich ziemlich schnell fesselte und begeisterte: Gretchen Rubin geht ein Jahr lang jeden Monat auf die Suche nach Dingen, mit deren Hilfe sie glücklicher werden kann. In jedem Monat nimmt sie sich verschiedene Inhalte vor (Bsp. Monat Januar - Mehr Energie!) und reflektiert am Ende des Monats, wie erfolgreich sie damit war. Beim Lesen war mir schnell klar: DAS will ich auch! 
Und ich werde genau jetzt damit anfangen. Ich nehme mir für verschiedene Monate verschiedene Aufgaben vor, um glücklicher, ausgeglichener und organisierter zu sein. Keine Ahnung, ob das erfolgreich ist oder nicht, aber ich werde euch am Ende der jeweiligen 30 Tage davon berichten. Und vielleicht habt ihr ja Lust mitzumachen?

Und so geht es los. Ich starte das Projekt am 15.2. und werde euch am 15.3. meine Fortschritte berichten! Im nächsten Monat werde ich mir neue Aufgaben ausdenken. 

1. Mehr Bewegung! 
Ich nehme mir fest vor mich mehr zu bewegen. In meinem Job sitze ich zwar nicht den ganzen Tag, sondern laufe auch viel rum, aber ich weiß ganz sicher, dass ich mich zu wenig bewege. Neben einem Tanzkurs, der jedes Wochenende stattfindet, betätige ich mich zur Zeit überhaupt nicht sportlich und dann soll es wenigstens zusätzlich "normale" Bewegung geben, zumal mich sehr oft Rückenschmerzen plagen. Was also tue ich dafür?
  • Ich nehme mir fest vor regelmäßig Spazieren zu gehen. In der Mittagspause ein paar Minuten aus dem Büro raus an die Luft, an Home Office Tagen am Mittag zwanzig Minuten in die Sonne oder auch abends nach der Arbeit mit J. mal eine Runde in den nahegelegenen Park, es sind nicht mal zwei Minuten dorthin. Es wäre doch wirklich schade, wenn ich irgendwann feststelle, dass ich den Park direkt vor der Tür hatte, aber nie nutzte. Also: Hoch mit dem inneren Schweinehund und (für den Anfang) mindestens zwei Mal die Woche spazieren gehen.
  •  Ich leihe mir den Schrittzähler der Liebsten aus und dokumentiere einen Monat lang die Schritte, die ich jeden Tag mache. Immer wieder stoße ich auf Artikel, die kundtun, dass es am gesündesten sei, wenn man 10.000  Schritte täglich macht, sofern man keinen anderen Sport macht. So zum Beispiel hier. Es gibt aber auch andere Stimmen, die sagen, dass es keine wissenschaftliche Begründung für diese Zahl gibt. Wie dem auch sei. Mehr Bewegung kann in meinem Alltag ganz sicher nicht schaden! Ich nehme mir also vor, einfach mal zu schauen, wie viele Schritte ich mache und vielleicht motiviert mich mein neuer Begleiter ja sogar ein paar mehr Schritte zu machen?
2. Ballast abwerfen
Es gibt Dinge, die ärgern und belasten uns immer wieder. Ich glaube Punkt 2 und 3 werden sich jetzt sehr ähneln, aber ich versuche da eine kleine Trennung vorzunehmen. Was kann ich also tun, um Dinge, die mir wiederkehrend Ballast auf den Schultern sind, loszuwerden?
  • Eine chaotische Wohnung belastet mich schon manchmal sehr und die Lust groß aufzuräumen habe ich auch nicht jeden Tag. Deshalb stelle ich mir einen Monat lang jeden Abend einen 10-Minuten-Timer, an dem ich das gröbste aufräume. Außerdem lege ich mir jeden Abend die Kleidung für den nächsten Tag raus, um morgens weniger gestresst zu sein und stelle Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie am nächsten Tag ins Büro mitnehmen will (z.B. eine Tasse, die ich mitnahm, um sie in die Spülmaschine zu stellen;  eine Packung Kekse, die ich im Büro essen möchte oder meinen Kalender) schon am Abend auf den Tisch. 
  • Mein Endgegner - eigentlich schon seit meiner Kindheit - ist mein Kleiderschrank. Ich erinnere mich noch gut an Streitigkeiten mit meiner Mama, die meistens mit Tränen endeten, einfach, weil ich nicht aufräumen wollte, konnte.. wie auch immer. Ich schaffe es einfach nie ihn länger als einen Monat ordentlich zu halten. Wenn ich etwas suche, dann ziehe ich es raus, ist es nicht das richtige, prummel ich es wieder in den Schrank. Es steht also fest: Ich werde meinen Kleiderschrank aufräumen! Dabei sortiere ich nach Dingen, die ich nicht mehr tragen möchte und sortiere diese nach Altkleidersammlung und Müll, falls wirklich etwas kaputt sein sollte. Bei Gretchen Rubin las ich, dass man sich vorstellen soll, wie man in dem Kleidungsstück aussieht und ob man das noch tragen mag oder ob es einfach "nur" eine Erinnerung ist an eine vergangene Zeit. Bin ich das überhaupt noch? Manchmal hilft es mir auch ein Foto von einem (Kleidungs-) Stück zu machen, das ich danach aussortiere. 
3. Aufgeschobenes erledigen 
Viel zu oft wird die To-do-Liste immer länger und länger, einige Aufgaben schaffen es von einer Liste auf die nächste, ohne jemals wirklich abgearbeitet zu werden. Und so ist es mit einigen Dingen, die ich in den letzten Monaten vor mir herschob. Ich gehe also in mich und gucke mir auch meine alten Listen an mit Dingen, die ich erledigen wollte.
  • Identifiziere mindestens fünf Dinge, die du schon länger vor dir herschiebst und dann: erledige sie. Am Ende werde ich mich ganz sicher besser fühlen, weil ich Aufgeschobenes angepackt und erfolgreich erledigt habe. Das können kleinere und größere Dinge sein. Was es ist, ist völlig egal. Die Hauptsache ist, wir tun es! Und das sind die Dinge, die ich in den nächsten 30 Tagen erledigen möchte. Ob ich es schaffe?

1. Gehe zur Zahnreinigung beim Zahnarzt
Ohne Witz, wenn es um Angst vor dem Zahnarzt geht, bin ich ganz vorn mit dabei. Jahrelang habe ich mich vor einem Besuch beim Zahnarzt gedrückt und war dann letzten Endes noch deutlich länger nicht da, als ich dachte. Letztes Jahr im Juli war ich allerdings da und alles war viel weniger schlimm, als ich dachte. Nun schiebe ich allerdings schon ein paar Wochen das Terminmachen zur Zahnreinigung vor mir her. Das will ich in den nächsten 30 Tagen auf jeden Fall erledigen. Da ich bei meinem Zahnarzt immer sehr kurzfristig Termine bekomme denke ich, dass ich über das "Termin machen" hinausgehen kann. Ich werde davon berichten.

2. Informiere dich bezüglich einer Patenschaft 
Schon seit ich mich im Studium vermehrt mit Spendenorganisationen und Stiftungen auseinandersetzte, überlege ich immer wieder, ob ich über eine Organisation eine Patenschaft für ein Kind übernehmen möchte. Dann ärgere ich mich wieder, weil ich wahrscheinlich misstrauischer bin, als ich es wahrscheinlich sollte. Kommt das Geld überhaupt an? Blablabla. Ich nehme mir also vor mich endlich mal mit dem Thema auseinanderzusetzen und vielleicht einfach mal ins kalte Wasser zu springen. Und, auch hiervon werde ich euch berichten, ob und wofür ich mich entschieden habe.

3. Lies endlich konstant im Alltag! Ich weiß nicht wie oft ich mich schon selbst dazu bringen wollte auch im Alltag regelmäßig zu lesen und nicht nur im Urlaub. In den letzten Jahren las ich vor allem in Urlaubsmonaten viel, das könnt ihr hier noch einmal nachgucken. Im Alltag schaffte ich es nie so wirklich und dabei ist es doch so: Jeder Mensch hat die gleiche Zeit, nämlich 24 Stunden am Tag! Und diese gilt es zu nutzen. Also nehme ich mir vor, mehr zu lesen. Ich werde ein Buch dabei haben, egal wohin ich gehe und werde die Zeit zum Lesen nutzen. Schauen wir mal, wie viel ich schaffe und ob ich es vor allem konstant durchhalte. Ich berichte!

4. Erteile J. eine Kontovollmacht
Als J. vor einigen Monaten von einem, vorsicht ekelige Erwachsenendinge folgen, Banktermin kam, berichtete sie mir von einem Gespräch mit ihrem Bankberater, der ihr berichtete, dass es auch für verheiratete Menschen einfacher ist, auf das Konto des Partners/der Partnerin zuzugreifen, wenn man eine Kontovollmacht hat. Hier sind wir wieder bei einem "Ich will mich nicht damit auseinandersetzen, denn mir passiert nichts, mir wird es hoffentlich immer gut gehen" - Moment, aber sein wir mal ehrlich. Ich möchte nicht in der Situation stecken, in der wir uns sagen müssen "Hätte ich doch nur.." - und deshalb beginne ich diesen Gedanken mit einem kleinen Schritt: Ich möchte für J. eine Kontovollmacht bei meiner Bank einrichten, damit sie im Fall der Fälle und auch sowieso Zugriff auf meine Konten hat. (Für die, die es interessiert: Wir haben jeder eigene Konten und ein gemeinsames und fahren damit bislang sehr gut!) Später kümmere ich mich sicher nochmal um weitere Themen wie Patientenverfügung und co. Aber wir wollen hier mal klein anfangen. Also Ziel für diese 30 Tage: Kontovollmacht.

5. Setze dich mit deiner Nähmaschine auseinander!

Seit Jahren nehme ich mir immer vor nähen zu lernen und habe sogar die alte Nähmaschine meiner Oma geschenkt bekommen, die seit fast drei Jahren unbenutzt hier steht. Als jetzt eine gute Freundin von mir in kürzestern Zeit ziemlich professionell anfing zu nähen (ein lieber Gruß an dieser Stelle!), habe ich immer mehr Lust bekommen, meine eigenen Dinge zu gestalten. Nach dem Basteln mit Papier und Bemalen von Keramik, sind nämlich kleine Täschchen aus Stoff, genähte Buchumschläge und schöne Stoffdinge eine große Leidenschaft von mir - wieso also nicht auch endlich mal selbst machen? In diesen ersten 30 Tagen meines "Glücksprojekts" nehme ich mir also fest vor, mich mit Nähbuch (bereits aus der Bibliothek geliehen!) zu bewaffnen und mich endlich dem "Projekt Nähen" zu widmen. Bei diesem fünften und letzten Punkt meiner Liste bin ich gerade noch sehr kritisch, ob und wie ich das umsetze, aber ich werde euch davon erzählen.

Zu guter letzt Punkt 4. Glücksmomente festhalten 
Viel zu oft erlebe ich mich meckernd und motzend, das klingt jetzt sehr dramatisch, aber leider neigen wir Menschen ja oft dazu, dass wir uns eher die schlechten Dinge merken. Ich werde also 30 Tage jeden Tag mindestens eine Sache aufschreiben, die mich glücklich gemacht hat. Ich bin gespannt, ob ich es schaffe mein kleines "Glückstagebuch" mit vielen Momenten zu füllen und vor allem ob ich es schaffen kann, das jeden Tag durchzuhalten.

Was haltet ihr von meinem kleinen Projekt? Habt ihr vielleicht Lust bei dem ein oder anderen Punkt mitzumachen? Was sind Dinge, die ihr vor euch herschiebt? Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns ein bisschen austauschen würden! Wenn ihr mögt, teilt mir eure Gedanken hier als Kommentar oder mit dem #projektglückswunder oder per Mail an Lisa {at} zeitunsereslesesns.de mit, ich freu mich so!

Alles Liebe und herzliche Grüße, Lisa

Kommentare:

  1. Übernommen von Wundersachen.blogspot.de - Kommentar von Frau Heldin

    Hallo mein Liebes,

    das ist ja wirklich ein wunderbares Projekt und ich bin wirklich schon total gespannt wie es dir damit gehen wird. Ich hoffe sehr dass es dazu beiträgt dass du dich glücklicher fühlst. Den letzten Punkt finde ich super - ich glaube wirklich dass es hilft, wenn man sich öfter die kleinen und schönen Dinge vor Augen führt.

    Freue mich auf mehr Infos und Berichte über die Dinge die du angepackt hast. <3

    P.S. Bezüglich der Patenschaft ist es bestimmt ok, ein bisschen misstrauisch zu sein. Aber am besten ist es bestimmt wenn man sich verschiedenes mal anschaut und nicht das erstbeste nimmt :) Im Büro haben wir schon mal an eine Organisation gespendet, wo wir wissen dass das Geld dort ankommt. <3

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  2. Übernommen von Wundersachen.blogspot.de - Kommentar von Bella

    Liebe Lisa!
    Danke für diese wundervolle und inspirierende Abendlektüre :) Du hast mir damit noch viel mehr Lust auf das Buch von Gretchen Rubin gemacht! Ich finde die Idee mit deinem Projekt total klasse und bin so gespannt was du die nächsten Wochen und Menge berichten wirst. Ich finde du hast dir tolle Sachen vorgenommen und bin sicher, dass du sie gut meistern wirst. Ich suche mir abends auch schon immer ein Outfit für den nächsten Tag zusammen, packe alles was ich mitnehmen muss bereits ein oder klebe mir einen Erinnerungs-Zettel an die Tür falls ich noch etwas aus dem Kühlschrank einpacken muss, und versuche jeden Abend ein 15-Minutes-Clean einzuhalten. Ich kann dich daher darin nur bestärken diese Dinge auch zu probieren, da sie mir bei einem stressfreien Start in den Tag helfen und obendrein noch ein schönes Abendritual vor dem Zubettgehen sind.

    Ich habe bei deinem Post allerdings den Punkt 4 Glücksmomente sammeln vermisst, dazu hast du gar nichts geschrieben. Auch das ist eine Sache die ich seit Beginn dieses Jahres täglich mache und bin gespannt wie es dir damit ergeht

    Ich drücke dich fest und freue mich auf den nächsten Post!

    Deine Bella

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